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Geschichte


Der Lindenhof
Ein Schmuckstück im Herzen Müllheims ist der „Lindenhof“, so genannt wegen einer früher vor dem Hof stehenden Linde. Das stattliche Anwesen ist mit Geschmack und einem guten Gespür für die alte Hofanlage restauriert worden. Auf einem steinernen Türsturz steht zu lesen: „Friedrich Fischer - Catarina Blankenhorn 1762.“ Diese Zeit dürfte mit der Erbauung des Hofes zusammenhängen. In der Folgezeit finden wir Nikolaus Blankenhorn (1784-1840), verheiratet mit Maria Elisabeth Fischer (1788-1878), auf dem Hof. Nikolaus Blankenhorn war viele Jahre hindurch Bürgermeister in Müllheim und Abgeordneter des ersten badischen Landtages. Seine Söhne Nikolaus, Adolph Friedrich und Jakob Wilhelm sind die bekannten Gebrüder Blankenhorn, die 1842-44 das Rebgut Blankenhornsberg bei Ihringen am Kaiserstuhl begründet haben. Nach dem ersten Weltkrieg wanderte der letzte Besitzer des Hofes, Willi Blankenhorn, nach Amerika aus. Der Hof ging in andere Hände über, bis im Jahre 1977 die Markgräfler Winzergenossenschaft Müllheim darin einzog.


Adolph Blankenhorn
Adolph Blankenhorn wurde 1843 in Müllheim als dritter Sohn des Adolph Friedrich Blankenhorn und der Katharina Judith geb. Krafft geboren. Adolph Blankenhorn widmete sich nach Abschluss des Hochschulstudiums in Karlsruhe und Heidelberg, wo er bei dem berühmten Chemiker Bunsen zum Dr. phil. promovierte, dem Studium des Weinbaus auf den väterlichen Gütern in Müllheim und am Kaiserstuhl. Mit anderen führenden Fachmännern des deutschen Weinbaues begründete er 1874 den „Deutschen Weinbauverein“, zu dessen ersten Präsidenten Dr. A. Blankenhorn gewählt wurde. Ein starker Impuls für die große Organisation (heute Deutscher Weinbauverband) ging damals vom Markgräflerland aus. Von den bestehenden Lokalvereinen war der Oberbadische Weinbauverein der erste, der geschlossen dem deutschen Weinbauverein beitrat.


In Karlsruhe erbaute Blankenhorn bereits1872-1875 mit eigenen Mitteln ein ökologisches Institut, das erste dieser Art in Deutschland (zum Vergleich: Erst 1921 war die badische Regierung bereit, ein Weinbauinstitut in Freiburg zu errichten). 1881 wurde Blankenhorn außerordentlicher Professor an der Polytechnischen Schule in Karlsruhe. Ein besonderes Augenmerk seiner Untersuchungen galt der Reblaus, deren Gefahr für den europäischen Weinbau er sofort erkannt hatte. Auf dem von den Gebrüdern Blankenhorn angelegten Rebgut Blankenhornsberg bei Ihringen betrieb Prof. Blankenhorn eine Versuchsstation für Traubensorten. Hierfür lies er sich auch Rebsamen von dem emigrierten 48er Freiheitskämpfer Friedrich Hecker senden, der in Amerika auf einer Farm Weinbau betrieb.